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Nordsee und
Ostsee
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LandschaftsbildIsland war in den Eiszeiten fast vollständig vergletschert. Noch heute bedecken zahlreiche Gletscher 11,6 % der Landesoberfläche. Der Gletscher mit dem größten Eisvolumen Europas ist der Vatnajökull. Seine Eiskappe ist bis zu 900 m dick. Die Landschaft ist einerseits durch Vulkanismus geprägt, der aufgrund der Überlagerung des Mittelatlantischen Rückens und des Island-Plumes besonders produktiv ist, andererseits auch durch den Wasserreichtum, die zahlreichen Wasserfälle Islands, darunter mit dem Dettifoss der energiereichste (Wasservolumen pro Sekunde × Fallhöhe) Europas, Flüsse und Seen. Das Isländische Hochland im Zentrum der Insel bildet eine Periglazial-Wüste und ist nahezu unbewohnt. Die Küstenlinie, deren Länge 4970 km beträgt, ist im Bereich der Fjorde stark zerfurcht. Island ist sehr dünn besiedelt: Auf 40 km² befinden sich im Schnitt zwei bis vier Häuser. Die höchste Erhebung der Insel ist der Hvannadalshnúkur mit 2110 m. Ihr tiefster Punkt liegt auf Meereshöhe. Klima Das Klima ist ozeanisch kühl, geprägt vom relativ warmen Irmingerstrom (5 °C) an der Südküste und vom kalten Grönlandstrom an der Nordost- und Nordwestküste. Die Niederschläge betragen bis zu 2000 mm im Jahr.Aufgrund des warmen Golfstroms ist das Klima in Island wärmer als in anderen Regionen dieser Breitengrade. Die Winter sind vergleichsweise mild und die Sommer eher kühl. In den letzten Jahrzehnten macht sich die Klimaerwärmung durch einen leichten Anstieg der Durchschnittstemperaturen bemerkbar, was am Rückzug einzelner Gletscherzungen bis hin zum völligen Abschmelzen kleinerer Gletscher (z.b. der heute verschwundene Ok-Gletscher) drastisch beobachtbar ist. Am wärmsten ist es in Island in der Zeit von Mitte Juni bis Ende August. Die Tagestemperaturen schwanken zwischen 0 und 3 °C im Winter und zwischen 12 und 15 °C im Sommer, wobei es im Landesinneren teils deutlich kühler sein kann. Aber auch wesentlich wärmere Temperaturen treten im Sommer (20°C bis Mitte/Ende September) in einigen privilegierten Lagen auf. Vor allem wegen des Golfstroms fällt im Süden der Insel vergleichsweise selten Schnee, wohingegen auf den Gletschern das ganze Jahr Schnee liegt.
Die geringsten Niederschläge
fallen in Island in den frühen
Sommermonaten, wobei es hier
signifikante lokale Unterschiede
gibt. Im Nordosten ist es
tendenziell trockener, da sich die
von Süden kommenden Wolken häufig
über dem 8100 km² großen Gletscher
Vatnajökull ausregnen. Auch die
Sonnenscheindauer ist daher etwa im
Gebiet des Sees Mývatn etwas höher
als in anderen Regionen des Landes.
Bei Nordwind ist der Effekt
umgekehrt: Im Norden regnen sich die
Wolken ab, während es in den
südlichen Regionen sonnig und warm
ist (siehe auch Föhn). StädteRund 93 % der isländischen Bevölkerung leben in Städten. Die meisten Menschen leben in Reykjavík und Umgebung, derzeit knapp 192.000 von insgesamt 307.672 Einwohnern des Landes (Stand 31. Dezember 2006). Ein großes Problem stellt nach wie vor die Landflucht dar. Allerdings ist in der Mehrzahl der Kommunen außerhalb des Haupstadtgebietes inzwischen auch wieder ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen (in 47 der 79). Von den 8 Regionen Islands haben inzwischen 6 ein stabil positives Bevölkerungssaldo. Nur die Kommunen der Westfjorde und vor allem die Nordwestislands verlieren fast alle nach wie vor Einwohner. TierweltDer Polarfuchs ist das einzige Landsäugetier Islands, das schon vor der Ankunft des Menschen hier lebte. Der aus Pelztierfarmen entwichene Mink besitzt auf Island keine natürlichen Feinde und stellt durch sein ausgeprägtes Jagdfieber eine Gefahr für die Vogelwelt dar. An den Küsten, insbesondere im Norden der Insel, kann man Seehunde beobachten. Aber auch Mäuse und Ratten wurden auf Schiffen eingeschleppt. 1771 wurden 13 Rentiere aus Norwegen eingeführt, die sich vermehren sollten, um vom Menschen gejagt werden zu können und dann aus der Haltung Gewinne zu erwirtschaften. Heute leben etwa 3000 Tiere dieser Art im östlichen Hochland der Insel. Sie haben jedoch nie die gewünschte wirtschaftliche Bedeutung erlangt und leben heute wild. Schafe, wie auch alle anderen Nutztiere, wurden von den nordischen Siedlern bei der Landnahme eingeführt. Die Rodung der ursprünglichen Birkenwälder und anschließende extensive Beweidung, aber auch Klimaveränderungen, haben das Landschaftsbild Islands nachhaltig verändert. Dabei werden die gut markierten Schafe bis heute den kurzen Sommer über in Freiheit entlassen und können sich innerhalb definierter Landwirtschaftsbezirke frei bewegen, sollten sie dennoch die entsprechenden Zäune oder erfahrungsgemäß unüberwindlichen Naturgrenzen (Flüsse, Wüsten, Berge) passieren, müssen sie zur Verhinderung möglicher Epidemien sofort getötet werden. Erst im Herbst werden sie beim Viehabtrieb (Réttir) wieder eingefangen. Die Schafhaltung ist quotiert, um Überweidung zu verhindern. Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte man auch, den Moschusochsen anzusiedeln – jedoch ohne Erfolg. Ein besonderes Nutztier ist das Islandpferd. Es beherrscht als eine von wenigen Pferderassen den Tölt, eine schnelle, trittsichere und bequem zu sitzende Gangart, bei der das Pferd immer ein Bein am Boden hat, da es keine Sprungphase gibt. Eine fünfte Gangart, die vor allem bei Zuchtrennen als Königsdisziplin besonderes Interesse genießt, ist der Passgang oder auch einfach Pass beziehungsweise Rennpass genannt. Islandpferde, wie alle lebenden Nutztiere, dürfen ausgeführt, aber nicht wieder eingeführt werden. Man will dadurch das Einschleppen von Krankheiten verhindern. Vor allem will man aber verhindern, dass nicht reinrassige Islandpferde fremdes Erbgut mitbringen (z.B. tragende Stuten) und so die Ursprünglichkeit der Rasse gefährden würden. Vogelwelt Island ist berühmt für seine Vogelwelt, besonders die zahlreichen Vogelfelsen sind ein Magnet für Vogelbeobachter aus aller Welt. Unter den Vögeln verdient der Papageitaucher besondere Erwähnung, der als inoffizielles Wappentier der Insel gilt. An den Vogelfelsen sind unter anderem Trottellummen, Dickschnabellummen, Eissturmvogel, Gryllteisten und auch der Basstölpel anzutreffen. Im Landesinneren trifft man auf den Goldregenpfeifer, das Odinshühnchen, das Thorshühnchen, und auch der Sterntaucher ist an Gletscherseen zu beobachten. Auf den Sandern kann man häufig Skuas und Küstenseeschwalben beobachten, vor deren Angriffen man sich in Acht nehmen muss. Der See Mývatn ist ein Ort ungewöhnlichen Artenreichtums an Wasservögeln, zum Beispiel Bergente und Spatelente. Meer und Binnengewässer Die Gewässer um Island sind besonders fischreich, da der warme Irmingerstrom (Golfstrom) und der kalte Ostgrönlandstrom vor der Küste aufeinandertreffen. Zudem ist das Wasser kaum mit Giftstoffen belastet. Pflanzen wachsen bis zu einer Tiefe von 40 m, und in den Gewässern um Island leben rund 270 Fischarten. In den isländischen Gewässern leben auch zahlreiche Walarten, wie zum Beispiel Nördlicher Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata), Blauwal (Balaenoptera musculus), Finnwal (Balaenoptera physalus), Seiwal (Balaenoptera borealis), Buckelwal (Megaptera novaeangliae), Schweinswal (Phocoena phocoena), Weißschnauzendelfin (Lagenorhynchus albirostris), Weißseitendelfin (Lagenorhynchus acutus), Grindwal (Globicephala melas), Schwertwal (Orcinus orca), Nördlicher Entenwal (Hyperoodon ampullatus) und der Pottwal (Physeter macrocephalus). Aktuellen Bestandszählungen zufolge gibt es in den Gewässern um Island derzeit circa 50.000 Zwergwale und 17.000 Finnwale. Die Gesamtzahl der Wale wird auf rund 230.000 geschätzt. Island hat 2003, nach knapp 20 Jahren erzwungener Pause und trotz internationaler Proteste wieder ein als "wissenschaftlich" eingestuftes Walfangprogramm aufgenommen, das über den Zeitraum von drei Jahren bis zu 250 Zwergwale und etwa 40 Finnwale umfassen sollte. In Island selbst wird über die Einstellung des Walfangs diskutiert, da die Anbieter von Walbeobachtungstouren einen Einbruch der Besucherzahlen befürchten, was aber nach Umfragen unter Touristen vor Ort kaum oder nicht zu befürchten ist. Die überwiegende Meinung der Bevölkerung ist dem Walfang gegenüber wohlgesinnt, wenn auch das Interesse an Walfleisch trotz intensiver Vermarktung stark nachgelassen hat. Letztendlich muss die Auseinandersetzung um den Walfang, allen Argumenten zum Trotz, jedoch unter dem Aspekt gesehen werden, dass man sich als kleine Nation als von den großen Nationen und internationalen Organisationen bevormundet empfindet. Der Walfang ist damit auch als Instrument zur Demonstration der Selbstbestimmung zu verstehen. 2006 hat Island dann beschlossen, zusätzlich zum "wissenschaftlich eingestuften", auch den kommerziellen Walfang wieder zuzulassen. 30 Zwergwale und 9 Finnwale (letztere bekanntlich vom Aussterben bedroht) dürfen vor den Küsten getötet werden - allen weltweiten Protesten zum Trotz. Inzwischen wurden die ersten Wale erlegt - am 22. Oktober 2006 wurde der erste getötete Finnwal an Land geschleppt. In Islands Gewässern ist die Vielfalt an Fischen nicht so artenreich wie vor der Küste. In den Flüssen und Seen leben Aale, Forellen, Lachse, Stichlinge und Saiblinge, also fast ausschließlich Lachsartige (Salmonidae), die teilweise für Wochen und Monate ins Meer wandern.
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