Begleiten Sie
den Nordseekutter auf seiner Rundreise durch das Nordsee- und
Ostseegebiet
Nordsee und
Ostsee
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Mit dem Nordseekutter steuern Sie
interessante Urlaubsorte an der Nordsee und Ostsee an.
Wir stellen Ihnen ausgesuchte Unterkünfte, Urlaubsorte,
Kutter und Schiffe, Sehenswürdigkeiten, die schönsten
Badestrände sowie kulinarische Spezialitäten
vor.
Das Foto zeigt den Leuchhturm
Eversand in der Hafeneinfahrt von
Dorum-Neufeld im Wurster Land
oder im
Cuxhavener Land (der Begriff Cuxhavener
Land ist
weiter gefaßt, enthält z.B. auch die
Badeorte in Cuxhaven)
Wurster Land Presseartikel vom 28.10.06
aus "Die Harke" von Elke Sturmhoebel
Das Wurtser Land zwischen Bremerhaven
und Cuxhaven ist da ideale Ziel für
einen Herbstausflug mit ein paar ruhigen
Tagen - Leuchtturmwärter und
Reusenfischer erzählen.
Es
ist windstill, nebilg und kalt an diesem
Morgen, das Riedgras am Rande der Gräben
erstarrt. In der Werkstatt von Erhard Djuren
bollert der Ofen. Zu dritt sitzen die Männer
zusammen und flechten Fangkörbe aus frisch
geschnittenen Weidenruten. Erhard Djuren,
Jahrgang 1947, ist ein Fischer ohne Schiff.
Es wird noch
bis zum April dauern, dann wird er an die 40
Reusen mit dem Hundeschlitten ins Watt
bringen, sie an Pfählen befestigen und mit
der Öffnung zum Land in den Ebbstrom legen.
Das ablaufende Wasser wird den Granat, wie
die Krabben oder Garnelen im Nordwesten
heißen, in die Fangkörbe ziehen. Wie groß
die Beute übers Jahr sein wird, hänge immer
vom Winter ab, sagt der Reusenfischer. Je
strenger, desto besser. Wie es wohl dieses
Jahr wird?
Tradition des
Reusenfischers
Eis auf dem
Watt schützt die junge Brut vor den
anbrandenden Wellen. Aber 25 - 30 Kilogramm
Granat am Tag , das sei schon ein guter
Fang. Zweimal am Tag stellt sich Erhard
Djuren auf den Sütje, wie der kastenförmige
Schlitten genannt wird, und fährt mit den
vier Hunden im Gespann durch Lachen,
Rinnsale und flache Priele raus zu den
Fangplätzen, um den Granat zu ernten und im
großen Heizbottich zu kochen. Erhard Djuren
ist der einzige Reusenfischer an der
Nordsee, der diese Tradition noch belebt.
Der Broterwerb aus dem Meer ist ein altes
Recht der Einheimischen und in der
Nationalparkverordnung Niedersächsisches
Wattenmeer verankert.
Naturbelassene Küste
Im Winterhalbjahr ist die
Wurster Küste naturbelassen.Die Zäune
vor dem Grünstrand und die Spielgeräte sind
abmontiert, das Wellenfreibad in Dorum
trockengelegt. Auch die Wohnwagen mußten
wegen der Sturmflutgefahr weichen und den
Vordeich räumen. Schafe und Kühe haben nun
den Vögeln das Feld überlassen. Die Wurster
Küste zählt rein geografisch noch zur
Wesermündung. Trotz Fremdenverkehr sind die
Luftkurorte mit ihren wehrhaften Kirchen
ganz unauffällig geblieben. Der Kurpark ist
das von Wasserläufen durchzogene Weideland
und die Salzwiesen vor dem Watt.
Die Promenade ist der 40 km lange Deich
zwischen Bremerhaven und Cuxhaven. Im Winter
kommen nur Unverdrossene an die
sturmzersauste Küste, um sich gegen den Wind
zu stemmen und über die Wasserkante zu
gucken. Auf der Außenweser fahrend laufend
große Schiffe von und nach Bremerhaven. Die
Krananlagen des Containerterminals sind von
hier gut zu sehen.
Die Flut kommt. Nun wird es nicht mehr lange
dauern, bis das Wasser in die Kutterhäfen
läuft und an die Küste schwappt. Längst hat
sich der Nebel gelichtet. Die Möwen
schreien.
In der
Fischerstube, gleich hinter dem Wremer
Seedeich, brennt der Kamin.Es ist mollig
warm. Grünkohlwanderer sind eingekehrt und
bei Kohl und Pinkel fröhlich. Dabei ist auch
Uwe Frischkorn, Leuchtturmwärter
ehrenhalber, mit seiner signalrot karierten
Schirmmütze. Von Oktober bis April, wenn nur
wenige Besucher zum Leuchtturm kommen, denen
der alte Seebär eine Geschichten erzählen
könnte, ist er hier oft anzutreffen. Der
kleine Preuße, wie der zehn Meter hohe,
schwarz-weiß geringelte Leuchtturm am Wremer
Tief heißt, ist aber nur Dekoration. Eine
andere Funktion als gut dazustehen und gut
auszusehen hat er nicht. Sein
Gleichtaktfeuer blinkt nur Richtung
Binnenland, um vorbeifahrende Schiffe nicht
zu irritieren. Der Preuße ist lediglich ein
Nachbau. Das Original wurde 1906 unweit der
heutigen Deichüberfahrt aufgestellt und
diente ein Vierteljahrhundert lang den
Schiffen als Orientierungshilfe. Danach
wurde das Seezeichen abgerissen. Im April
2005 fand die 8 Tonnen schwere Koopie an der
Einfahrt zum Sielhafen ihren Platz.
Wie zwei Jahre zuvor schon der Leuchtturm
Eversand-Oberfeuer. Mit einem technischen
Bravorstück, unter Ausnutzung der Tiden,
wurde der 37,40 meter hohe Turm aus dem
Fahrwasser der Außenweser vor die Dorumer
Hafeneinfahrt versetzt. Hinter dem Eingang,
16 m über dem Watt, hängt noch ein
Elbesegler am Garderobenhaken. Die kleinen,
mit Holzpaneelen verkleideten Räume machen
den Eindruck, als sei der Wachhabende nur
mal kurz verschwunden. Im Dienstzimmer steht
noch der alte Morse-Schreibtelegraf, und das
Tagebuch ist aufgeschlagen, in dem die
Wetterdaten notiert wurden. Doch die aktive
Zeit des Leuchtturms ist schon seit 1923
vorbei.
Der Blick von oben schweift über das Watt.
Es ist Ebbe, die Priele haben ein
interessantes Ornament in die schlammgraue
Wüste gezeichnet. Die Holzkutter in den
Sielhäfen stecken im Schlick. Die meisten
Granatfischer bleiben im Winterhalbjahr zu
Hause. Wolfgang Peters nicht. Er ist einer
von knapp 3 Vollerwerbsfischern an der
Wurster Küste und stellt bei Wind und Wetter
den Schwärmen nach, auch wenn das Deck
seines hochseetüchtigen Stahlkutters vereist
und alles gefroren ist. Die seitlich
ausgebrachten Schleppnetze, Kurren genannt,
werden auf Kufen langsam über den
Meeresgrund gezogen, wobei die Garnelen
aufgescheucht werden und ins Netz springen.
An Deck wird der Fang gesiebt, gekocht und
gekühlt. Der Gammel geht über Bord. Die
Möwen im Schlepptau des Kutters holen sich
Ihre Ration.
Doch das Wurster Land ist vor allem
Bauernland. Das alte Fachwerkhaus schräg
gegenüber der Willehadikirche im alten
Ortskern von Wremen fungierte einst als
Viehhandelsbörse, wohin die Bauern nach dem
Kirchgang gingen, um ihre Rindviecher zu
verkaufen.